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In Deutschland gibt es über 500 Arten Wildbienen, aber nur eine Art der Honigbiene. Zahlreiche Wildbienenarten sind wichtig für die  Bestäubung von Obst und Gemüse, andere Arten sind einfach nur faszinierend mit ihren grünen Augen oder ihrer emsigen Geschäftigkeit. Im Gegensatz zur Honigbiene, die mit Schmuckkörbchen, Dalien und Knöterich zurechtkommt, sind viele Wildbienenarten hochspezialisiert. Viele Pflanzen welche wirklich Wildbienen helfen, sind zwar wunderschön, aber dennoch den meisten Gartenbesitzern unbekannt und auch in den Bienen-Blumenmischungen nicht enthalten. Dabei sind es genau die Blumen, die in Deutschland am Wegrand zu sehen wären, wenn wir noch eine intakte Natur hätten, oder die Natur mit offeneren Augen betrachten würden.

Als BUND Wildbienenbotschafterin ist es mir ein Anliegen, die besonderen Bedürfnisse der Wildbienen und nicht nur die der Honigbienen  für den Garten aufzubereiten. Dazu gibt diese Seite zahlreiche praktische Anregungen.

Auf engstem Raum realisierbar oder beliebig zu vergrößern ist das Schmuckstück, das Beet für Wildbienen. Wer noch weniger Platz hat oder unentschlossen ist, dem sei die Skabiosenflockenblume für Wildbienen und Falter ans Herz gelegt. Der wilde Saum für Wildbienen zeigt wüchsige Pflanzen mit großem Wert für Wildbienen. Die Wiese für Wildbienen enthält ein paar der wichtigsten Pflanzen überhaupt und verträgt häufiges Mähen. Auch Gehölze und Nisthilfen werden angesprochen. Damit das Projekt sicher gelingt, befindet sich am Ende der Seite eine Pflanz- und Pflegeanleitung. Literatur: Westrich, Paul: Die Wildbienen Deutschlands. Ulmer Verlag 2018.

Ein Beet voller Blumen für Wildbienen

Das Wildbienen-Beet ist für Naturgärtner*innen und traditionelle Gärtner*innen gleichermaßen geeignet - denn dass es sich um ein Blumenbeet handelt können Nachbarn und Schwiegermütter auf Anhieb erkennen. Für spezialisierte Wildbienen hat dieses Beet mit seinen mehr als 10 heimischen Pflanzenfamilien viel zu bieten. Für Kinder ist das Beet besonders zu empfehlen, da es nur ungiftige Pflanzen enthält und Wildbienen außerdem sehr friedliebend sind. Die Blumen lassen sich zu Feldblumensträußen zusammenbinden. Alle Pflanzen können auch in Kübeln und Blumenkästen in torffreie Erde gepflanzt werden.

Das Blumenbeet für Wildbienen lässt sich beliebig vergrößern. Je größer das Beet ist, umso mehr Brutzellen können versorgt werden. Dazu multipliziert man die Pflanzen und nimmt z.B. die vierfache Menge von jeder Sorte. Dann setzt man statt einer Skabiosenflockenblume vier davon nebeneinander und rechts davon vier Skabiosen usw.. Die Pflanzanleitung, die Einkaufsliste und die Bezugsquellen finden sich im Handout: http://wildblumen-rheinhessen.de/data/documents/Das-Wildbienenbeet-von-Wildbienengarten.de.pdf

Wildbienen- und Falter- Beobachtungsstation für Einsteiger

Die Skabiosenflockenblume (Centaurea scabiosa) ist als Korbblütengewächs für eine große Anzahl von Wildbienen und Schmetterlingen attraktiv. Sie hat eine besonders lange Blütezeit. Sie wuchert nicht, geht aber auch nicht unter, sondern blüht brav an ihrem Platz von Mai bis November. Sie benötigt wenn sie angewachsen ist keine Pflege mehr. Schäden durch Krankheiten und Fressfeinde sind praktisch unbekannt. Die schönen großen Blüten sind so beliebt, dass mehrere Wildbienen oder Falter gleichzeitig auf ihr landen.

Eine Wiese für Wildbienen

Hohe, selten gemähte Blumenwiesen sind fantastisch für Wildbienen. Doch nicht alle Gartenbesitzer*innen können auf so viel begehbare Fläche verzichten. Daher: Diese Wildbienen-Wiese darf wie ein normaler Spielrasen bis zu einmal wöchentlich auf 5 cm gekürzt werden. Sie ist uneingeschränkt begehbar und fürs Fußballspiel und Puppenpicknick gleich gut zu verwenden. Durch den hohen Kräuteranteil wirkt sie im Hochsommer überdurchschnittlich grün. Der Trick besteht darin, die Blumen während der Blütezeit mehrere Wochen als Inseln im Rasen stehen zu lassen und nach der Blüte wie gewohnt darüber zu mähen. Mit Löwenzahn und Hornklee enthält sie zwei der wichtigsten Blumenarten für Wildbienen.

Ein wilder Saum für Wildbienen

Der Wildbienen-Saum versammelt die Blumen für Wildbienen, welche zu stark, zu unbeständig oder zu wild für das normale Beet sind. Ein Saum ist ein länglicher Kräuter- und Blumenstreifen, zum Beispiel vor einer Hecke oder neben einem Weg. In etwas wilderen Gartenbereichen sind diese Pflanzen eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen.

Gehölze für Wildbienen

Weidenkätzchen sind für manche Wildbienenarten als Nahrungsquelle unersetzlich. Die übrigen Gehölze sind eine sehr sinnvolle Ergänzung, jedoch insgesamt nicht so wichtig wie die Blumen- und Wiesenflächen für Wildbienen. 

Bauen und Nisten

Wildbienen benötigen außer Blüten noch Nistmöglichkeiten und Baumaterial. Als künstliche Nisthilfen werden ausschließlich sonnige, offene Erd- oder Sandstellen, markhaltige Pflanzenstängel, Schneckenhäuser sowie Röhren unter 1 cm Durchmesser mit glatten Rändern akzeptiert. Nisthilfen locken schon bald andere faszinierende Insekten an, welche sich von den Larven der Wildbienen oder von deren Proviant ernähren. So ist das Leben.

Anlegen und Pflegen des Wildbienen-Beets: Als Standort wird ein Bereich gewählt, der ab März mindestens von 09:00-15:00 in der Sonne liegt, gerne auch wesentlich länger. Gepflanzt wird September bis Mitte April bei frostfreier Witterung. Bezugsquellen finden sich unter Links. Die Zwiebelblumen Lauch, Blaustern und Traubenhyazinthe werden im September als Zwiebelpackung gekauft. Vor dem Pflanzen muss der Boden auf ca. 3,5 m² gelockert und vollständig von Wurzelunkräutern befreit weren. Mehrere Säcke Sand dürfen gerne oberflächlich eingearbeitet werden. Es sieht sehr schön aus, wenn sich das Beet einige Zentimeter über die Umgebung erhebt und von lose gelegten Natursteinen eingefasst wird. Die Töpfe werden nach Pflanzenart sortiert, dann entsprechend dem Plan im Beet verteilt und erst dann werden die Blumen herausgenommen, die Wurzeln etwas auseinandergezogen und ca. 1cm unter die Erdoberfläche eingepflanzt. Jede Pflanze sollte mit einem Holzstäbchen markiert werden. Nach der Pflanzung wird jede Pflanze vorsichtig gegossen, bis sich eine kleine Pfütze bildet, ohne dass das Herz der Pflanze unter Lehm versinkt. In den ersten Wochen und dem ersten Sommer sollten die Blumen ggf. gegossen werden, danach benötigen nur noch die blau markierten Pflanzen in Dürreperioden eine Gießkanne. Das Beet darf nie gedüngt, gespritzt oder gehackt werden. Die meisten Sämlinge (man erkennt sie daran, dass die Blättchen wie bei den Mutterpflanzen aussehen) dürfen stehen bleiben, solange sie nicht ihre Nachbarn unter sich begraben. Verblühte und abgestorbene Pflanzenteile sollten im Naturgarten bis zum Frühjahr geduldet werden, im traditionellen Garten darf zurückgeschnitten werden. Unkräuter, vor allem Gräser, werden frühzeitig mit dem Unkrautstecher entfernt. Das Beet blüht in dezenten Rosa- und Blautönen mit etwas Gelb dazwischen. Für die Wildbienen ist es besonders wichtig, dass dieses Beet mehr als 10 heimische Pflanzenfamilien enthält. Nur so - und in Kombination mit den anderen Gartenelementen - können auch seltenere und spezialisiertere Wildbienen gefördert werden.