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Ein Naturgarten für Schmetterlinge und Wildbienen

Schmetterlinge mögen eine heile Umwelt mit abwechslungsreichen Landschaften voller einheimischer Gehölze und Wildblumen. Viele Falterarten haben sich eng an bestimmte Pflanzenarten und Biotope gebunden - ohne sie stirbt die Falterart aus. Am Wichtigsten ist daher der Schutz der natürlichen Lebensräume durch Biotoppflege und Naturschutzarbeit, denn ein Garten bietet hochspezialisierten Faltern weder die nötige Größe noch die ganz speziellen Umweltbedingungen. Alle anderen Arten können Sie mit Nahrungspflanzen im Garten helfen. Sie selbst bekommen dabei eine bunte Blütenpracht, den einen oder anderen Falter, Vögel und jede Menge Wildbienen frei Haus geliefert.

Um rheinhessische Wildbienen im Garten anzusiedeln, sind nur wenige Ergänzungen notwendig: für trockene Beete Glockenblumen, z.B. Campanula rotundifolia, Kalkastern (Aster amellus), Traubenhyazinthen (Muscari neglectum), Kugel-Lauch (Allium sphaerocephalon), Wegwarte (Cichorium intybus), Nachtviole (Hesperis matronalis), Steinkraut (Alyssum montanum) und aufrechter Ziest (Stachys recta) sowie für feuchte  Standorte Blausterne (Scilla bifolia). Als Rankpflanze ist die breitblättrige Platterbse (Lathyrus latifolius) bei der blauschwarzen Holzbiene beliebt. Denken Sie auch an Nisthilfen! (vgl. "Wildbienen - die anderen Bienen" von Paul Westrich).

Um möglichst viele Schmetterlinge anzulocken, können Sie einige weitere Schritte unternehmen:

-  Schaffen Sie verschiedene Mini-Biotope: einen Gartenteich, ein begrüntes Dach, eine bepflanzte Trockenmauer…

-  Pflanzen Sie einheimische Gehölze – diese sind für viele Falter noch wichtiger als die Blumen. Die Gehölzarten finden Sie bei Floraweb unter Sonderthemen, die Bezugsquellen in meiner Linksammlung. Gehölze am besten nicht schneiden, Laub und Fallobst liegen lassen. Optimal wäre eine gemischte Wildstrauchhecke, z.B. mit einem Faulbaum und einer Salweide.

- Lassen Sie an unterschiedlichen Standorten zumindest einige Brennnesseln, Löwenzähne, Spitzwegeriche und Ampfer am Leben, sofern Ihr Grundstück nicht ohnehin von diesen umgeben ist.

-  Verzichten Sie unbedingt auf chemische Unkraut- und Raupenbekämpfung – Raupen töten heißt Schmetterlinge töten. Angefressene Pflanzen sind ein Kompliment (dem angehenden Falter hat es geschmeckt) und Wildblumen sind diese Behandlung gewohnt.

-  Halten Sie etwas Erde nass und frei von Bewuchs, da manche Arten gern an feuchter Erde saugen.

-  Ein ökologisch bewirtschafteter Obst- und Kräutergarten ist für viele Falter sehr wertvoll, etwas Fallobst liegenlassen.

-  Pflanzen Sie die gleichen Blumen, die im nächstgelegenen Biotop oder Naturschutzgebiet wachsen.

-  Gehen Sie um ihre Gemeinde spazieren und planen Sie gezielt für die Falter, die Sie dabei beobachten.

- Erleichtern Sie den Schmetterlingen die Anreise zu Ihrem Garten - machen Sie sich für blühende Straßen- und Wegränder stark. Diese sollten nicht gemulcht und frühestens Mitte Juni gemäht werden.

-  Verwenden Sie vorzugsweise Stauden, deren erster und zweiter (!) lateinischer Name mit den auf dieser Seite übereinstimmen. Verwenden Sie Zuchtsorten, die an Zusatznamen wie z.B. „Ruby“ zu erkennen sind nur im Notfall, da sie möglicherweise keine Nahrung für Falter bieten.

-  Einheimische Gräser wie der Schafschwingel sind wichtiges Raupenfutter – z.B. in einer Wildblumenwiese. In die obigen Wildblumenbeete lassen sich ebenfalls einheimische Ziergräser integrieren.

Falls Sie keinen Garten haben, aber etwas für Schmetterlinge tun wollen, dann können Sie sich als freiwilliger Helfer z.B. bei BUND oder NABU an der Pflege der natürlichen Lebensräume der Schmetterlinge beteiligen. So muss z.B. im Herbst das Mähgut mancher Blumenwiesen zusammengerecht und abtransportiert werden. Viele besonders seltene Falter können nicht im Garten gefördert werden, sondern nur durch den Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume.

Weiterführende Literatur und Quellenangabe: die Artenportraits des Schmetterlingsexperten Wolfgang Düring aus Bingen, veröffentlicht auf der Seite des BUND Rheinland-Pfalz.

Weitere wichtige Hinweise zum Anlegen eines Schmetterlingsbeetes finden Sie auf den nachfolgenden Seiten dieser Homepage - z.B. unter "Ein Wildblumenbeet anlegen und pflegen".

Für die folgende Zusammenstellung wurden die "Hitliste der Schmetterlingspflanzen" von Floraweb und die aktuelle "rote Liste der Großschmetterlinge in Rheinland-Pfalz" für Rheinhessen aufbereitet (Quellen) und um eigene Beobachtungen ergänzt. 

Bitte beachten Sie auch die kleinen grauen Anmerkungen unter den Bildern. Hinweis für Handys & Co: wechseln Sie im Menü des Gerätes zur Desktop-Ansicht, um die Beschriftungen der Bilder lesen zu können.

Das Schmetterlingsbeet auf trockenem Lehm

Rosa, Lila, Weiß und Gelb sind die Blütenfarben der Schmetterlingsblumen an sonnigen bis vollsonnigen Standorten auf trockenem und lehmigem Gartenboden. Diese ökologisch wertvollen Wildpflanzen sind robust, pflegeleicht und hervorragend für das trocken-heiße Klima Rheinhessens geeignet. Die besten Schmetterlingsmagneten auf trockenem Lehm sind Natternkopf, wilder Oregano, Hornklee, Flockenblumen, Taubenkropf-Leimkraut, Witwenblume und Skabiose. Auf sauren Böden ist das Heidekraut unentbehrlich im Schmetterlingsgarten. Pflanzen Sie ein paar hohe Stauden, zahlreiche mittelhohe und einige Bodendecker dazwischen, ca. 9 Pflanzen m². Das Beet darf gejätet werden und wird nach dem ersten Jahr nicht mehr gegossen. Bezugsquellen unter "Links".

Hohe Stauden, Blickfang

Die wichtigsten hohen Stauden für Schmetterlinge und Wildbienen in obiger Galerie: Natternkopf, Flockenblumen und Disteln. Achtung Ausbreitungsdrang: Eselsdistel, Steinklee und wilde Karde.

Mittelhohe Stauden, Vielfalt

Die wichtigsten mittelhohen Stauden für Schmetterlinge und Wildbienen in obiger Galerie: Wiesenflockenblume, Witwenblume, Skabiose, Esparsette und Karthäusernelke. Achtung Ausbreitungsdrang: Wilde Möhre, Schafgarbe, Pastinake, Vogelwicke, Leinkraut und weiße Lichtnelke.

Bodendecker

Die wichtigsten Bodendecker für Schmetterlinge und Wildbienen: Oregano (Dost), Hornklee, Kronwicke und Veilchen. Die Veilchen zum Sonnenschutz zwischen hohen Stauden verstecken. Achtung Ausbreitungsdrang: Kronwicke, Oregano und Habichtskraut.

Das sonnig-feuchte Schmetterlingsbeet

Dieses Beet für Schmetterlinge benötigt ungefähr so viel Feuchtigkeit wie ein Rasen, der auch im Hochsommer grün sein soll. Tipp: Feuchte Senken, wasserführende Hänge oder der Auslaufbereich von Regenrinnen sowie die Ost-und Westseite des Hauses bleiben länger feucht als ein vollsonniger Terassenrand. Dieses Beet ist von Frühjahr bis Herbst besonders abwechslungsreich und bunt. Die besten Schmetterlingsmagneten auf feuchtem Lehm sind Wasserdost und Blutweiderich. Sie benötigen nicht unbedingt einen Teichrand, jedoch etwas mehr Feuchtigkeit als ein Rasen.

Hohe Stauden, Blickfang

Die wichtigsten hohen Stauden für Schmetterlinge und Wildbienen aus obiger Galerie: Baldrian, Mädesüß, Ginster und wilde Karde. Achtung Ausbreitungsdrang: Pastinake, Wilde Karde und vor allem Weidenröschen.

Mittelhohe Stauden, Vielfalt

Die wichtigsten mittelhohen Stauden aus obiger Galerie: Beinwell, Wiesenplatterbse und Ziest. Achtung: Die Weidenröschen können leicht den Garten überrennen.

Bodendecker für Falter

Besonders wichtig für Schmetterlinge und Wildbienen sind Teufelsabbiss und Veilchen. Achtung Ausbreitungsdrang: Seifenkraut und Gänsefingerkraut.

Teichrand und Sumpfbeet

Das sonnig-sandige Schmetterlingsbeet

Auch auf ärmstem Sandboden in voller Sonne wächst Einiges, das für Schmetterlinge einen hohen Wert besitzt und zudem hübsch aussieht. Für sandige Grundstücke ist dieses Beet die beste Wahl - oder Sie legen einen Sandplatz mit Sonnenliege, umrahmt von Blumen, an. Die wichtigesten Schmetterlingsmagneten auf sonnigem Sand sind Natternkopf, Hornklee, Flockenblume und Skabiose.

Hohe Stauden, Blickfang

Die wichtigsten der hohen Stauden für Schmetterlinge und Wildbienen sind Natternkopf und Heidekraut.

Mittelhohe Stauden, Vielfalt

Die wichtigsten mittelhohen Stauden für Schmetterlinge und Wildbienen: Flockenblumen, Karthäusernelke, Skabiose (gerne Scabiosa canescens), Resede und Genfer Günsel. Die wilde Möhre kann andere Pflanzen bedrängen.

Bodendecker

Die wichtigsten Bodendecker für Falter und Wildbienen sind Hornklee, Fingerkraut und Thymian. Das Habichtskraut breitet sich gerne aus.

Das halbschattige Schmetterlingsbeet

Auch im lichten Schatten von Gehölzen lässt sich ein schönes Beet zur Förderung von Schmetterlingen anlegen. Veilchen und Co benötigen nur im Frühjahr etwas Sonne, die Sommerblumen kommen auch zur Blütezeit mit wenig Sonne am Tag aus. Hier wächst in erster Linie Raupenfutter: mit Knoblauchsrauke (und Wiesenschaumkraut) lässt sich der Aurorafalter aufziehen, mit Veilchen zieht man den Kaisermantel heran, um ihn als flügge gewordenen Falter in anderen Gartenbereichen beobachten zu können.

Hohe Stauden, Blickfang

Die wichtigsten hohen Stauden im Halbschatten sind Baldrian und Weidenröschen, letztere können allerdings den Garten überrennen.

Mittelhohe Stauden, Vielfalt

Die Bedeutung für Schmetterlinge und Wildbienen liegt bei allen dieser Wildblumen im mittleren Bereich. Wer den Aurorafalter fördern möchte, sollte Knoblauchsrauke plus Sternmiere pflanzen. Das Leinkraut besitzt einen starken Ausbreitungsdrang.

Bodendecker für das halbschattige Schmetterlingsbeet

Die wichtigsten Bodendecker für Schmetterlinge und Wildbienen sind Veilchen und Taubnesseln. Der Gundermann besitzt einen starken Ausbreitungsdrang.